Die Reiseroute
Wir befinden uns auf der Reise von Houston/Texas nach Khorramshahr/Persien, einer mehrwöchigen Fahrt durch den Südatlantik, über das Kap der Guten Hoffnung in den Indischen Ozean, der ostafrikanischen Küste entlang und schließlich durch das "Tor zur Hölle", jene Meerenge bei Muscat, die sich letztendlich zum Persischen Golf erweitert. Als junger Handelsschiff-Funker werde ich zum ersten Mal den Äquator überqueren, und wie mir geht es noch einigen Besatzungsmitgliedern. Auch einige Passagiere haben wir an Bord, welche die etwas andere Reise auf einem Frachtschiff gewählt haben. Auch sie gehören zu den Äquator-Neulingen.
Es ist Sommer, das Meer ist ruhig, ja manchmal sogar spiegelglatt. Die typische tropische Calmenzone. Seit Tagen herrscht eine drückende Schwüle, und die Luftfeuchtigkeit liegt teilweise bei nahe 100 Prozent. Wir sind allein auf dem riesigen Ozean, nur hin und wieder ist am fernen Horizont ein Schiff zu erahnen. An Bord der "Liebenfels" ist seit gestern emsiges Sägen und Hämmern zu hören, und alle Anzeichen deuten auf ein außergewöhnliches Ereignis hin. Natürlich wissen es alle: die Äquatortaufe steht bevor, denn die noch ungetauften Landratten sollen vom Schmutz der nördlichen Halbkugel
gereinigt und in den erlauchten Kreis der "Südseefahrer" aufgenommen werden.

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