Säuberung der Täuflinge
Von den vorausgegangenen Prozeduren am ganzen Leibe mit teeriger, klebriger Masse beschmiert, geht es nun zur körperlichen Reinigung, welche den Schmutz der nördlichen Halbkugel ein für alle Mal
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von uns Täuflingen nehmen soll. Es ergeht der Befehl, daß wir zunächst gewaschen werden müssten, was (natürlich) wiederum mit einer äußerst unangenehmen Seifenlauge, vermischt mit Heringsbrühe, geschieht. Nahezu als ein Geschenk empfinden wir es endlich, als wir hören, daß zur Vollendung der Säuberung auch noch eine Rasur fällig ist, welche uns endgültig salonfähig und würdig mache, in Neptuns Gemeinde aufgenommen zu werden. Also wird uns armen Sündern kräftig mit einer schaumigen Masse und einer Toilettenbürste der Bart eingeseift, bis vom Gesicht nicht mehr viel zu sehen ist. Mit Entsetzen starren wir dann auf das überdimensionale Rasiermesser, denn, obwohl aus Holz geschnitzt, wird es doch in der Lage sein, uns ein weiteres Mal zu peinigen: die Oberfläche ist fein säuberlich mit grobem Schmirgelpapier belegt! - Und mit diesem "Messer" werden wir geschabt, bis die ohnehin schon gereizte Haut brennt wie Feuer.
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Der Rest geht sehr schnell. Ganz überraschend werden wir von den schon bekannten schwarz angestrichenen Gesellen gepackt, und ehe wir begreifen, was geschieht, plumpsen wir mit Schwung in das Taufbecken, wo wir von einigen muskelbepackten Helfershelfern empfangen und kräftig unter Wasser gedrückt werden. Schon meint man, die da oben hätten einen vergessen, als man zum Luftholen kurz an die Oberfläche gezerrt wird, um dann erneut zum Grunde des Beckens zu fahren. Dies mehrere Male hintereinander, bis auch zum Luftholen keine Möglichkeit mehr gegeben ist, denn beim Auftauchen muß zuerst das geschluckte Salzwasser aus dem Munde, was beim Einatmen natürlich hinderlich ist. Als man dann endlich meint, sein junges Leben nun endgültig lassen zu müssen, hört die Tortur plötzlich auf, und mehr oder weniger lebendig hängt man in der Armen der Täufer und vernimmt wie durch einen Nebel das begeisterte Beifallklatschen des Publikums. Dies bedeutet: man hat es hinter sich, man ist gereinigt und geläutert, man hat es geschafft.

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